»Wir trauen zu wenig dem Nebenuns.
Wir träumen zu wenig im Wachen.«
Joachim Ringelnatz
Mit Liedern von Viktor Ullmann (1898-1944) und Erik Zeisl 1905-1959) sowie Klezmer-Improvisationen erinnert Sieglinde Schneider (Sopran) im Zusammenspiel mit Robert Herrmann (Klavier) an die jüdische Kultur in Mittel- und Osteuropa. Die Heiterkeit der Lieder zeugt von der Zeit vor dem Nationalsozialismus. Zur besseren Verständlichkeit werden die jiddischen Lieder jeweils vorgängig in Übersetzung ohne musikalische Begleitung vorgetragen. Die Gedichte der jüdischen Literaturnobelpreisträgerin Nelly Sachs (1891-1970) und des jüdischen Büchnerpreisträgers Paul Celan (1920-1970) blieben zeitlebens Versuche, einen Umgang mit der Unfassbarkeit des Holocaust zu finden. Bis heute haben sie nichts von ihrer Dringlichkeit eingebüsst.
Beteiligte Personen:
Sieglinde Schneider (*1954) studierte Gesang und Rhythmik in Köln, Wien und Freiburg. Ihr Singen und Performen steht im Zeichen von Völkerverständigung und Frieden. Sie ist Mitglied der Gedok. 2007 sang sie Teile ihres ersten Friedensprogrammes im deutschen Bundestag mit weltweit ausgestrahlter ARD-Aufzeichnung. In Leipzig gestaltete sie 2023 das Friedensgebet in der Nikolaikirche anlässlich des Reichspogromgedenken mit Liedern der jüdischen Komponistin Josefine von Winter. Im gleichen Jahr performte sie die Premiere ihres Konzertes «One World» in Philadelphia.
Robert Herrmann (*1972) wuchs in einer Leipziger Musikerfamilie auf. Von Musik umgeben, begann er im Alter von 5 Jahren mit dem Klavierspiel. Nach dem Abitur studierte er an der Leipziger Hochschule für Musik und Theater «Felix Mendelssohn Bartholdy» Jazzpiano bei dem aus New York Jazzpianisten Richie Beirach und dem Pianisten Janusz Wozniak. Als sensibler und vielseitiger Pianist ist er in unterschiedlichen Besetzungen tätig, so auch im Leipzig Klezmer-Ensemble ROZHINKES. Herrmann engagiert sich darüber hinaus in der Kulturarbeit bei den Konzerten am Bachdenkmal, im Horns Erben. Er ist Begründer der Denkmalrettung im Kulturhof Kleinmecka im Altenburger Land.
Christa Manz-Dewald (*1948) wandte sich nach ihrem Pharmaziestudium zunehmend der Kunst zu und absolvierte eine zehnjährige Ausbildung in Zeichnung, Aquarell und Performance in Köln. Seither war sie an unterschiedlichen konzeptionellen Projekten im In- und Ausland beteiligt. So etwa mit dem Projekt «Zeichen in Auflösung» an der Universität Hefei (China), der Live-Performance «Mut zur Entfremdung» im Theater Lofft in Leipzig oder dem Projekt «Erde Werde, Natur, Zerstörung, Musik und Kunst» in der Heilandskirche Westkreuz in Leipzig.
Fabian Schwitter (*1984) studierte Philosophie sowie Literaturwissenschaft in Zürich und promovierte in Zürich und Leipzig in Allgemeiner und Vergleichender Literaturwissenschaft. Seit 2019 lebt er als freiberuflicher Schrifsteller, Journalist und Performer in Leipzig. Er betreibt den Blog feuilletonf.com, schreibt für überregionale Zeitungen und veröffentlichte in den letzten Jahren drei Gedichtbände, aus denen u. a. die Soundperformance «Mikromärchen Soundscape» entstand.
Eine Veranstaltung des Transformatorenwerks in Kooperation mit dem Ringelnatz-Geburtshaus Wurzen, gefördert von der Kulturstiftung des Freistaats Sachsen im Rahmen des Jahrs der jüdischen Kultur in Sachsen – Tacheles 2026.

»Doch ich will deinem Hasse nicht erliegen«
Jiddische Lieder und Gedichte
Ringelnatz-Geburtshaus
Donnerstag, 27. August 2026
Beginn 19:00 Uhr | ca. 90 min | mit Pause
Eintritt 15€ | Ermäßigt 10€
Kinder bis 14 Jahre frei (Es muss ein Kinderticket bestellt werden,
um einen Sitzplatz bei der Veranstaltung zu sichern!)

Eintrittskarten sind über unseren Online-Ticketshop, bei Der LeseLaden sowie der Tourist-Information* in Wurzen und natürlich bei uns im Ringelnatz-Geburtshaus zu den jeweiligen Öffnungszeiten erhältlich.
* Hinweis: Beim Ticketkauf in der Tourist-Information wird entsprechend der Entgeltordnung des KulturBetriebes Wurzen vom
10.09.2025 zusätzlich eine Vorverkaufsgebühr i.H. v. 5% des Ticketpreises erhoben.

https://pretix.eu/ringelnatz-verein/202608271/Bilddatei: KI generiert
Der Joachim-Ringelnatz-Verein e.V. wurde 1992 in Wurzen (Sachsen) gegründet. Der Verein organisiert Kleinkunst, Ausstellungen, Vorträge, Lesungen und viele andere Veranstaltungen rund um Joachim Ringelnatz und dessen Geburtshaus in Wurzen sowie den alljährlichen RingelnatzSommer in Wurzen.
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