Geburtshaus

1883 bis 1888 – Das Elternhaus in Wurzen

geburtshausIn dem seit 1983 “Ringelnatzhaus” benannten Gebäude wurde am 7. August 1883 Hans Gustav Bötticher um “11 ¾ Uhr” in einem Zimmer über dem Flur geboren, wie der Geburtsschein der Hebamme belegt (Original in der Gedenkausstellung).

Georg Bötticher, der Vater von Ringelnatz, war ein renommierter Musterzeichner, vor allem für Tapeten. Später war er ein angesehener humoristischer Schriftsteller, der Märchen, Balladen und schnurrige Gedichte auch in sächsischer Mundart schrieb.

Giebel

1875 nahm Georg Bötticher das Angebot der Wurzener Firma August Schütz an, als Chefzeichner neue Muster für Tapeten zu entwerfen. Zu dieser Zeit war er bereits ein gefragter Fachmann und lieferte Entwürfe nach Paris, Schweden, Russland und Amerika.

1876 heiratete er Rosa Marie Engelhart, eine entfernte Verwandte. In Wurzen wurden ihre drei Kinder geboren: 1879 Wolfgang, 1882 Ottilie und 1883 Hans Gustav Bötticher, der sich ab 1919 Joachim Ringelnatz nannte. 1888 zog die Familie in die nahegelegene Messe- und Buchstadt Leipzig.

GeburtshausZum 100. Geburtstag von Joachim Ringelnatz 1983 bekam das restaurierte Geburtshaus Am Crostigall 14 seinen Namen. Im Erdgeschoss befand sich eine Gedenkausstellung in drei Räumen.

Die ehemaligen Wohnräume in der 1. Etage nutzte der Ringelnatzklub des Kulturbundes der DDR für Vorträge und Veranstaltungen.

Nach der Rekonstruktion des historischen Museumsgebäudes in der Domgasse zog die Ringelnatz-Gedenkaustellung 1999 in das Wurzener Museum um.

GedenktafelAm Geburtshaus Am Crostigall erinnert eine Gedenktafel an den Sohn der Stadt. Diese Holzschnitt-Tafel wurde 1945 im Beisein seiner Schwester Ottilie und des damaligen Wurzener Museumsleiters am Geburtshaus angebracht.

In dem der Stadt Wurzen gehörenden Ringelnatzhaus befindet sich zur Zeit eine Familienberatungsstelle. Der Joachim Ringelnatz Verein e.V. hofft auf Spenden, um das Geburtshaus wieder für Ringelnatz-Freunde zu öffnen.