Erste Ausstellung im Ringelnatz-Geburtshaus

Donnerstag, 29. September 2016 (Hess)

„Hans Fallada – Familienbilder. Wie aber bestehe ich vor Dir, sehr liebe Verwandtschaft –?!“

Seit der Wiedereröffnung des Ringelnatz-Geburtshauses Ende Juli zeigt der Joachim-Ringelnatz-Verein erstmals eine Ausstellung im provisorisch nutzbaren Gebäude. Sie wendet sich Hans Fallada zu und zeigt unter dem Motto „Wie aber bestehe ich vor Dir, sehr liebe Verwandtschaft-?!“ Familienstammbaum und Familienbilder. Mit dieser Ausstellung bedankt sich der Wurzener Verein bei der Hans Fallada-Gesellschaft Carwitz für die Unterstützung bei der Erarbeitung eines Nutzerkonzeptes für das Geburtshaus von Ringelnatz.

Die Ausstellung schöpft aus den ergiebigen Beständen des Hans-Fallada-Archivs und rückt Erinnerungen, Briefe und Fotos der Familie Ditzen in den Mittelpunkt. Das meiste Material wird mit der Schau erstmalig veröffentlicht. Umfangreiche Recherchen in Archiven und Sammlungen Deutschlands förderten Details von Lebensläufen der Familienmitglieder zu Tage und schaffen, auf 16 biografischen Tafeln und sechs Thementafeln mit Hilfe von 248 Fotos und Dokumenten, das individuelle Porträt einer bürgerlichen Familie von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis zum Ende des 2. Weltkrieges.

Den Kristallisationspunkt der Darstellung bilden der Schriftsteller Hans Fallada, der sich als „ein Glied in einer unendlichen Kette“ empfand, seine Briefe und sein literarisches Werk. Ein beeindruckender Familien-Stammbaum ergänzt die Schau.

Erarbeitet haben die Ausstellung die Germanistin und Leiterin des Fallada-Archivs Erika Becker, Hans Falladas jüngster Sohn Achim Ditzen und die Kulturwissenschaftlerin Heide Hampel. Archive, Museen und Privatpersonen aus ganz Deutschland unterstützten das Entstehen mit Materialien, Auskünften und tätiger Hilfe. Das Projekt der Hans-Fallada-Gesellschaft förderten das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern sowie die Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Zur Eröffnung in Wurzen ist mit Heide Hampel eine der Kuratorinnen zu Gast. Gemeinsam mit Winfried Braun liest und interpretiert sie korrespondierend zur Ausstellung das von ihr mit herausgegebene Buch „Fallada und die liebe Verwandtschaft“. In 21 Kapiteln erzählen die Herausgeber von Hans Fallada und seiner Familie, von eindrucksvollen Menschen und ihren Schicksalen über eine Zeitspanne von 200 Jahren. Die Vorfahren des Schöpfers unsterblicher Kunstfiguren waren in der Mehrzahl Beamte, Juristen, Geistliche, sie werden als reale bürgerliche Familie zu Stichwortgebern für ein bedeutendes literarisches Werk. Das Buch kann zur Ausstellung erworben werden.

Die Vernissage findet am 30. September 19 Uhr im Ringelnatz-Geburtshaus statt. Die Ausstellung wird bis 12. Dezember gezeigt, jeweils sonntags von 14 bis 17 Uhr und eine Stunde vor Beginn jeder Veranstaltung im Ringelnatz-Geburtshaus.

Unterstützung für Crowdfunding Projekt gesucht

Dienstag, 27. September 2016 (Hess)

Bei literatur-weimar.de dreht sich alles um die Literatur in der Weimarer Republik.

Zu diesem Thema möchte Literaturfreund Jörg Mielczarek eine monatlich erscheinende Zeitschrift verlegen. Jede Ausgabe widmet sich dabei einem Schwerpunktthema. Bei der Nullnummer wird dies die Weltwirtschaftskrise sein, und nicht von ungefähr ist Hans Falladas Roman „Kleiner Mann, was nun?“ die Titelgeschichte dieser Ausgabe. Kein anderer Roman macht die Angst und die Verunsicherung der Angestellten und Arbeiter zu dieser Zeit so spürbar wie dieses Meisterwerk. Auf circa 100 Seiten werden zusätzlich weitere Stücke, Reportagen, Erzählungen und Gedichte zu diesem Schwerpunktthema veröffentlicht – diese werden zudem durch den originalgetreuen Abdruck von Zeitungsartikeln aus dieser Zeit in einen historischen Kontext gebracht. Herzstück der Nullnummer, ist das komplette Theaterstück „Die Bergbahn“ von Ödön von Horváth in der Mitte des Heftes, das separat heraustrennbar ist. Ein solches „Heft im Heft“ mit einem kompletten Originaltext wird jede Ausgabe haben.

„Fünf. Zwei. Vier. Neun.“ ist aber mehr als nur eine Zeitschrift. Zu jeder Ausgabe erscheint ein Taschenbuch mit weiteren Texten zum Schwerpunktthema des Monats. Der Fokus liegt dabei auf Erzählungen und Werken von Autoren, die heute leider kaum jemand mehr kennt. Eine echte Fundgrube für Literaturliebhaber, in der es viel Neues zu entdecken gibt!

Nun sucht Jörg Mielczarek weitere Literaturliebhaber, die helfen, seine Crowdfunding-Aktion zu unterstützen und bekannt zu machen. Sie wurde am 23. September frei geschaltet und zu finden unter https://www.startnext.com/literaturweimar.

„Freitags im Crostigall 14“ – neue Reihe im Ringelnatzhaus

Freitag, 19. August 2016 (Redaktion)

Auch unter provisorischen Bedingungen startet der Joachim-Ringelnatz-Verein mit einer neuen Reihe im Ringelnatz-Geburtshaus. Unter dem Titel „Freitags im Crostigall 14“ werden ab 26. August bekannte und neue Autoren vorgestellt. Kräftig Ideen gezapft hat der Verein für sein Vorhaben an einer Poesie-Tankstelle. Sie wird betrieben von der Dresdener Schriftstellerin, Chansonsängerin und Moderatorin Uta Hauthal und wird mit dem Fahrrad durch Sachsen bewegt. Station in Wurzen machte sie im Sommer just zum Benefiz-Theater für das Ringelnatz-Geburtshaus. Begeistert vom Anliegen der Wurzener Ringelnatz-Freunde, wieder Leben in das ungenutzte Geburtshaus des vielseitigen Künstlers zu bringen, bot sie ihre Talente an. Allein vier der sieben bis zur Weihnachtszeit offerierten literarischen Treffpunkte tragen ihre Handschrift. Und dabei geht es stets bewegt und überraschend zu. Erich Kästners „13 Monate“ gestaltet Uta Hauthal als Wandellesung durch das Geburtshaus. In ihrer Hommage an Eva Strittmatter aus Gedichten und Briefen lässt sie deren wohl bekanntestes Gedicht „Ich mach ein Lied aus Stille“ a capella als Lied erklingen. Eigene Erzählungen aus ihrem Band „Hinaus in die Heide, zum Fluss“ begleitet sie mit einem ihrer 2015 entstandenen „verschenkten Lieder“. Auch ein weiterer Gegenwarts-Autor kommt zu Wort: Mario Göpfert. Seinen „Baumfaun Igor“ begleiten Töne der Stimme und der Sansula, des afrikanischen Daumenklaviers. Zurzeit ist Uta Hauthal unterwegs mit ihrer Poesie-Tankstelle. diesmal führt sie der Weg nach Süden: Freiberg, Flöha, Chemnitz, Hohenstein-Ernstthal, Zwickau, Plauen. Zur Unterstützung des Ringelnatzhauses verzichtet die Künstlerin auf feste Gage und Fahrtkosten und begnügt sich stattdessen mit den Eintrittsgeldern.

In die stets am Freitag 19 Uhr beginnende Veranstaltungsreihe hat sich auch der Verein TheaterMacher(n) mit einem „Advent mit Ringelnatz. Gedichte hinter 24 Türen“ eingereiht. Der Erlös dieses Abends dient der Finanzierung weiterer Veranstaltungen im Ringelnatz-Geburtshaus.

Auch die erste Ausstellung ist bereits geplant. Mit Unterstützung der Hans-Fallada-Gesellschaft Carwitz kann im Ringelnatz-Geburtshaus eine besondere Sicht auf den Ringelnatz-Zeitgenossen Hans Fallada gezeigt werden. Die Ausstellung trägt den Titel „Wie aber bestehe ich vor Dir, liebe Verwandtschaft?! Hans Fallada – Familienbilder“. Die Vernissage findet freitags am 30. September, 19 Uhr, statt.

Download Programm „Freitags im Crostigall 14“ (PDF)

Ab Anfang September finden jeden Sonntag 14 Uhr wieder regelmäßig Führungen durch das Geburtshaus von Ringelnatz statt, gestaltet von Mitgliedern des Vereins. Die Öffnungszeiten der Ausstellung passen sich den Terminen der Führungen an; geöffnet ist sonntags von 14 bis 17 Uhr und eine Stunde vor Beginn der freitäglichen Literaturtreffpunkte. Zu den Führungen verkauft wird auch das nagelneue, vierfarbige Heft über die 13 Stationen des Ringelnatz-Kunstpfades mit Fotos aller Kunstwerke, das zum Preis von 2,50 Euro auch in der Tourist-Information erhältlich ist, sowie der immerwährende Geburtstagskalender mit Ringelnatz-Gedichten illustriert von Jochen Ziska.

 

Nicht verpassen: Wurzener RingelnatzSommer 2016

Freitag, 8. Juli 2016 (Hess)

Wurzen. Gleich für die erste Veranstaltung des Wurzener RingelnatzSommers 2016 am 31. Juli öffnet der Ringelnatz-Verein das Geburtshaus des Künstlers im Crostigall 14. Bei einer „Rallye2Ringel“ wandern Kinder und Familien ab 14 Uhr vom Museum Wurzen mit der Ringelnatz-Ausstellung bis zum Ringelnatz-Geburtshaus und entdecken dabei mit viel Spaß den Mann, dessen Konterfei in Wurzen allgegenwärtig ist – Joachim Ringelnatz. Seine phantastischen Gedichte bieten sich zu mancherlei Experimenten an – wie man unter Wasser Bläschen macht oder die größte Seifenblase. Es wird gebastelt und gerätselt und herumgetollt und am Ende hat jedes Kind eine Sammlung frecher Gedichte in der Hand. Im Ringelnatz-Geburtshaus empfängt das traditionelle Marionettentheater Dombrowski die Abenteuerlustigen. Im Saal auf der Bühne wird das Märchen der Gebrüder Grimm vom Rumpelstilzchen aufgeführt. Bei der Rallye als Partner dabei: das KiJuWu und die Jugendfeuerwehr. Start ist 14 Uhr im Arkadenhof des Museums.

Eine Woche später, am 6. August, gibt es Geburtstagsgeschenke. Der Ringelnatz-Kunstpfad durch Wurzen ist komplett und wird mit einer dazu passenden Postkarte und einer neuen farbigen Broschüre an die Stadt übergeben. „Andere Städte dürften uns um diesen einmaligen Pfad beneiden, der Stadtgeschichte, Literatur aus Ringelnatz Feder und 13 unikate Kunstwerke zu einem ganz besonderen Pfad durch Wurzen vereint“, meint Gerlind Braunsdorf vom Ringelnatz-Verein, die zu den Akteuren der ersten Stunde gehört. Einmalig sei auch, wie gut Vereine, Unternehmen und Bürger, Künstler und Stadtverwaltung und bei der Verwirklichung in vielen kleinen Etappen zusammengewirkt haben. Drei Kunstwettbewerbe wurden vom Bund bildender Künstler Leipzig erfolgreich durchgeführt und über 20 000 Euro Spenden eingesammelt. Diese Wurzener Erfolgsgeschichte wird bei einem Rundgang ab 11 Uhr mit Start am Domplatz 5 noch einmal zum Leben erweckt. Für musikalisches Innehalten sorgt die Leipziger Musikerin Ingeborg Freytag mit Spontankompositionen auf der Geige an jedem neuen Kunstwerk.

Ringelnatz_3 Ralf_E_Neipp

15 Uhr sind an diesem Samstag alle die ins Ringelnatz-Geburtshaus eingeladen, die neugierig darauf sind, was die Wurzener Ringelnatzfreunde und die Stadt mit dem Haus vorhaben. Erläutert werden bei einer Führung durch das Haus das Betreiberkonzept und die Zielvorstellung für die Gestaltung des Geländes. Bei Kaffee und Kuchen geht es auch um die Hilfe, die sich die sich die Ringelnatzfans von den Wurzenern erhoffen. Denn das liebe Geld ist knapp und vieles kann man selber machen.

Ums Scheitern geht es dann auch, aber nur auf der Bühne des Schweizergartens. Heike „Cavewoman“ Feist und Andreas Nickl wollen mit ihren Besuchern schöner scheitern! Und das mit Joachim Ringelnatz – der seinen eigenen Blick auf die Welt des Scheiterns hat. Der Blick eines großen Kindes und Genies, in eine Welt, in der scheitern noch Spaß macht. Gegen scheitern hilft: Im Vorverkauf Eintrittskarten sichern!

Am Sonntagmorgen wird ein Welthit aufpoliert und aufgespielt – Ringelnatz‘ Lieblingslied „La Paloma“ ist in der ganzen Welt ein musikalischer Bestseller. Etienne Genedl lädt bei einem frühen Schoppen im Arkadenhof des Museums ab 11 Uhr zu dieser musikalischen Erfolgsreise einer Melodie um die Welt ein.

Download des Programms:

Ringelnatz-Flyer-04-16

Rückenwind von Norbert Gescher

Montag, 27. Juni 2016 (Hess)

Der Schauspieler Norbert Gescher, Sohn aus zweiter Ehe von Ringelnatz Frau Muschelkalk, gratulierte dem Joachim-Ringelnatz-Verein Wurzen zu seiner Entscheidung, das Ringelnatz-Geburtshaus zum Leben zu erwecken. „Was Sie da vorhaben, ist ganz in meinem Sinne“, ermutigte er in einem Gespräch mit der Vereinsvorsitzenden Viola Heß die Wurzener Ringelnatzfreunde. Norbert Gescher hatte seit dem Auszug der ständigen Ringelnatz-Ausstellung 1998 immer wieder die Verantwortung Wurzens für das Ringelnatz-Geburtshaus öffentlich angemahnt. Als Gast des Vereins war er auch mit einem Ringelnatz-Programm in Wurzen aufgetreten. Dem Verein wünschte er eine fruchtbare Kooperation mit dem Kulturhistorischen Museum der Stadt, das die älteste Ringelnatz-Sammlung in Deutschland beherbergt. Auch sei es sein Wunsch, dass die Ringelnatzfreunde in ganz Deutschland zusammenwirken und sich zwischen Cuxhaven mit seinem Museum und der Ringelnatz-Stiftung und  der Stadt Wurzen mit dem Geburtshaus und der Sammlung eine enge Zusammenarbeit entwickeln möge. Er hoffe darauf, dass der Stadtrat nun auch grünes Licht für die Sanierung gibt.

Benefiz-Theater fürs Geburtshaus

Dienstag, 14. Juni 2016 (Hess)

 

Machen Benefiz-Theater für Ringelnatz: Die TheaterMacher(n)

Machen Benefiz-Theater für Ringelnatz: Die TheaterMacher(n)

Wurzen. Sie machen Theater, genauer gesagt Benefiz-Theater. Und zwar für das Ringelnatz-Geburtshaus. Die Truppe von TheaterMacher(n) reist derzeit nicht nur mit ihrem Programm „Sagenhaftes Muldental“ von Ort zu Ort. Zu ihrem Repertoire gehört auch eine vergnügte Annäherung an den Künstler, der als Hans Gustav Bötticher am Crostigall 14 zu Welt kam und sich einen Platz unter den deutschen Literaturklassikern erobert hat.

Genau das zeigen die TheaterMacher(n) am 25. Juni im Arkadenhof des Museums Wurzen. Denn Ringelnatz ist mehr als sein mehrfach verewigtes markantes Profil und ein paar gängige Gedichtzeilen über Wunderland, Bumerang und Ameisen. Humor und Alltagsweisheit, Witz und Ernst, Spaß du Tiefgang wechseln in der fröhlichen Annäherung an einen nicht einfachen Menschen und großen Künstler im Programm der Theaterleute ab. Gut geeignet für das Benefiz-Theater zugunsten des Geburtshauses, das der Ringelnatz-Verein so bald als möglich als Betreiber übernimmt. Wir sind Partner des Ringelnatz-Vereins und wollen im Haus künftig gemeinsame Projekte auch für Kinder machen“ sagt Wolfgang Gloger von den Macherner Mimen. Er weiß, dass es im Haus an allem fehlt – an Stühlen, Tischen, Bilderrahmen, an Voraussetzungen jeder Art für die geplante Arbeit. Ebenso sind Mittel für geplante Veranstaltungen und Projekte nötig.

Deshalb wird die Schauspieler-Truppe das Programm zu Benefiz-Zwecken gleich zweimal aufführen. 16 Uhr gibt es Ringelnatz pur zu Kaffee und Kuchen und 19.30 Uhr stilecht zu Rotwein, jeweils kredenzt vom Ringelnatz-Verein. Der verkauft auch seinen immerwährenden Geburtstagskalender mit Ringelnatz‘ Gedichten, illustriert von Jochen Ziska und erläutert seine Ideen, wie im Geburtshaus wieder pralles Leben und Lust an Kunst einkehren soll.

„Wir hoffen, dass viele Gäste unsere Benefizanliegen unterstützen“, wünschen sich Wolfgang Gloger und Viola Heß vom Ringelnatz-Verein. Der Eintritt ist frei. Erlöse und Spenden wandern direkt in die große Flasche mit den Spenden für das Ringelnatz-Geburtshaus.

Ringelnatzverein wird Geburtshaus beleben

Mittwoch, 25. Mai 2016 (Hess)

Hartnäckigkeit, Geduld und Optimismus haben den Erfolg gebracht: Mit ihrem auf zehn Jahre angelegten Konzept ist es Viola Heß und ihren Mitstreitern der AG Ringelnatz-Geburtshaus gelungen, den zuständigen Ausschuss des Wurzener Stadtrats davon zu überzeugen, dass der Joachim-Ringelnatz-Verein willens und in der Lage ist, dem denkmalgeschützten Geburtshaus des berühmten Sohnes der Stadt dauerhaft Leben einzuhauchen. Der Ringelnatzverein übernimmt per Betreibervertrag künftig Öffnung und Betrieb des Hauses, im Gegenzug wird die Stadt das Gebäude sanieren und übernimmt die laufenden Betriebskosten.

Ziel ist „die schrittweise, langfristige Entwicklung des Ringelnatz-Geburtshauses zu einer literarischen Gedenk-, Begegnungs- und Forschungsstätte für ein bedeutendes deutsches literarisches Erbe und einen großen sächsischen Künstler.“

Die Angebote sollen einem breiten Publikum Lust auf eine Begegnung mit dem Ringelnatzschen Erbe machen. In der Event-Kneipe werden Vorträge, Konzerte oder Lesungen stattfinden. Im für bis zu 100 Gäste ausgelegten Saal gibt es Puppentheater, Kabarett, Ausstellungen oder Konzerte. Für Kitas und Schulen gibt es gestaltete Führungen, im Werkstattraum ist Platz für Kreativkurse, Kunstprojekte oder museumspädagogische Angebote. In Kooperation mit Kunsthochschulen sollen Ausstellungen und Kunstwettbewerbe organisiert werden. Individualtouristen und Kunstinteressierte können nach der Führung durch das Haus den Leseraum mit Zugang zur Ringelnatzsammlung nutzen. Im 2. OG ist ein Appartement für Künstler und Wissenschaftler geplant.

Unterstützt wird der Verein durch Kooperationspartner, so das Kulturhistorische Museum, die Theater Macher(n) e. V. oder den Verein Schweizerhaus e. V. Püchau. Wichtiger Impulsgeber war und ist Dr. Rainer Ortner von der Hans-Fallada-Gesellschaft  e. V., der als Leiter der AG Ringelnatz-Geburtshaus maßgeblich an der Erstellung der Konzeption beteiligt war. Mit dem Netzwerk für demokratische Kultur Wurzen e. V., soll es gemeinsame Projekte zur Integration geben.

Finanziert wird das Ganze über Projektförderungen verschiedener Stiftungen, einen Zuschuss des Kulturraums, Einnahmen aus den verschiedenen Veranstaltungen und Spendengelder, u. a. soll einmal im Jahr eine Benefiz-Gala stattfinden. Einen Großteil der notwendigen Personalkosten will der Verein durch ehrenamtliches Engagement ersetzen. Und damit starten die Ringelnatzfreunde auch schon im unsanierten Haus – sobald Wasseranschluss, Toiletten und die Statik im Saal fertig sind und das Dach dicht ist, soll es mit ersten Veranstaltungen losgehen.

Dass noch viel Arbeit nötig ist, bevor die ehrgeizigen Vorhaben Wirklichkeit werden, ist der engagierten Vereinsvorsitzenden Viola Heß trotz des nun erreichten Meilensteins klar und auch, dass ihr Verein weiterhin jede Unterstützung braucht, die er bekommen kann: „Wir wissen, dass eine anspruchsvolle Aufgabe vor uns steht und begrüßen jeden, der mitarbeiten möchte. Retten Sie mit uns das Ringelnatz-Geburtshaus. Werden Sie Mitglied im Ringelnatz-Verein Wurzen.

Sylke Mathiebe

Konzept als Power-Point-Präsentation.

Korr PPP Betreibsausschuss 19.5.16

ältere Texte »