RingelnatzSommer 2012 – das Programm

Dienstag, 17. April 2012 (Hess)

13. Mai, 10.30 Uhr, Markt Wurzen:

Eröffnung des Ringelnatz-Sommers 2012

„Beinchen wollen stehen, Beinchen wollen gehen“

Die Tanz- und Gesangsklassen der Musikschule Muldental unter Leitung von Christine Hebestreit und Andreas Pötzl mit Tänzen zur Ringelnatz und frechen Liedern.

Veranstalter: Joachim-Ringelnatz-Verein Wurzen

Anschließend 11.30 Uhr,

Ritze, Rotze, Nagelritz – Ringelnatz und die Kinder, Ausstellungseröffnung

Städtische Galerie Wurzen

13.5. bis 2.9.2012, Do – So 14 bis 18 Uhr

Veranstalter: Kulturhistorisches Museum Wurzen, KulturBetrieb

mit Kursangebot für Kinder, Gruppen und Familien

Mit Ringelnatz einmal um die Welt

Druckgrafische Werkstatt , mittwochs 15 bis 17 Uhr

Voranmeldung: info@schweizerhaus-puechau.de, Tel. 03425-851056

Projekt KulturTotal des Kulturraums Leipziger Raum mit dem Schweizerhaus Püchau und dem Kulturhistorischen Museum

 

19. Mai 2012, 11 Uhr, Treffpunkt Naturkundemuseum Leipzig Kunst

Leipziger Stadtspaziergang auf den Spuren von Familie Bötticher

mit Angelika Wilhelm, stv. Vorsitzende des Joachim Ringelnatz-Vereins Wurzen

Dauer ca. eine Stunde, anschließend Kaffeeklatsch

Veranstalter: Joachim Ringelnatz-Verein Wurzen

 

5. August 2012, ab 7 Uhr:

Wurzener Ringelnatzlauf

Gelaufen wird über 10 km und 5 km durch die Stadt (Ringelnatz-Pfad), Staffellauf für vier Läufer a 2,5 km, Mini-Lauf über 200 Meter für die Jüngsten und Kinderlauf über 1,2 km

Anmeldung: www.ringelnatzlauf.de; Veranstalter: Tri-Sport-Verein Wurzen

Nachmittags auf dem Markt

Ringelnatzfete zum Ringelnatzlauf

Mit literarischem „Gladderadatsch solo“.

Als reisender Artist mit Ringelnatz auf der Bühne: Ulrich Walljasper, München

Veranstalter: KulturBetrieb Wurzen und Joachim-Ringelnatz-Verein Wurzen

 

2. September 2012, 11.30 Uhr

Finissage der Ausstellung „Ritze, Rotze, Nagelritz – Ringelnatz und die Kinder“

Mit Dirk Langer, alias Nagelritz, als Matrose im Binnenland.

Veranstalter: Kulturhistorisches Museum Wurzen, KulturBetrieb

Wettbewerb „Ich bin ein Kind geblieben“ Ringelnatzpfad, Stadt Wurzen

Montag, 12. März 2012 (Hess)

Der BBKL e. V. lobt einen zweistufigen Ideenwettbewerb aus. Er richtet sich an professionell arbeitende Bildende Künstler/innen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Der Ringelnatzpfad in Wurzen besteht aus 13 Stelen, die jeweils ein Gedicht von Ringelnatz im Zusammenhang mit dem Standort tragen. Zwei der Stelen tragen bereits ein Kunstwerk, einige weitere sollen in diesem Jahr ein Kunstwerk bekommen. Vorstellbar sind Skulpturen und kleinere plastische Gebilde, die sich mit dem Gedicht und seiner Transformation in unserer heutigen Zeit beschäftigen. Das umtriebige Leben am Rande des Existenzminimums von J. Ringelnatz kann Anlass sein, sich mit gesellschaftlichen oder sozialen Prozessen zu beschäftigen. Aber auch der groteske Humor und das genaue Erforschen der kleinen unbeachteten Dinge können zu einer bildnerischen Idee inspirieren. Die Installationen sollen längerfristig im Stadtraum zu sehen sein und entsprechend haltbar gestaltet werden.

Alle interessierten Künstler/innen bewerben sich mit ihren Referenzen und einer Vita beim Bund Bildender Künstler Leipzig e.V.

Konditionen:

Einladung von 8 Künstler/innen aufgrund der eingereichten Referenzen zur Entwicklung einer Idee, Ideenvorschlag wird mit 200 € honoriert, Auswahl von 3 Entwürfen zur Realisation, Umsetzungshonorar: 1100 €, Material: ca. 1000 €

Die bislang am Ringelnatzpfad beteiligten Künstler/innen sind vom Wettbewerb ausgeschlossen. 

Jury (Vertreter der Stadt Wurzen und Bildende Künstler/innen):
Kathrin Gehres-Kobe (Kulturausschuss des Stadtrates)

Dr. Sabine Jung (Leiterin Museum Wurzen)

Petra Dänicke (Ringelnatzverein)

Angelika Wilhelm (Ringelnatzverein)

Philipp Fritzsche (Künstler)

Franziska Möbius (Künstlerin)

N.N.                   (Künstler/inn)

Termine:

Einreichungstermin der Referenzen und Vita: 15. März 2012 (Poststempel)
Jury: 27. März 2012 (erste Wettbewerbsstufe)

Kolloquium: 20. April 2012, 13:00 h

Jury: Juni 2012 (zweite Wettbewerbsstufe)

Realisation: bis August 2012

 

Einreichungen an:

KulturBetrieb Wurzen
Frau Bettina Kretzschmar
Markt 1
04808 Wurzen 

Träger:

Bund Bildender Künstler Leipzig e.V.
Rosa-Luxemburg-Str. 19/21
04103 Leipzig
Tel: 0341/ 2618899

www.bbkl.org

in Kooperation mit dem Ringelnatzverein e.V.

Günter Gall “Überall ist Kattegatt”

Donnerstag, 16. Februar 2012 (Hess)

Wurzen. Er ist Komödiant, zeigt Zartgefühl, ärgert Spießbürger und spinnt Seemansgarn. Günter Gall aus Osnabrück bringt seit mehr als 25 Jahren mit wechselnder Besetzung Literatur und Musik auf die Kleinkunstbühnen. Unter seinen jährlich 80 bis hundert Auftritten in Deutschland, Benelux, Schweden und Österreich ist am 24. Februar einer in Wurzen. Der bekennende Ringelnatz-Fan führt hier seine eigene Sicht auf den seelenverwandten Komödianten vor. Überall ist Kattegatt heißt das Programm mit Gesang, Rezitation, Gitarre, Dulcimer & Gedöns.

 

Joachim Ringelnatz und Fritz Grasshoff sind poetische Verwandte. Günter Gall lässt auf der Bühne einen mari(n)timen Mikrokosmos lebendig werden. In verschiedenen Abteilungen versammeln sich versoffene Seefahrer, Riesendamen, Hochseekühe, Flöhe, Trunkenbolde, Liebende, Vaganten und andere Halunken. Gall lebt sein komödiantisch-bänkelsängerisches Element voll aus. Die besondere Note geben die herrlich-satirischen, mit spitzer Feder gezeichneten Bänkelbilder von Wilfried Bohne. Die Musik von Günter Gall und Philipp S. Rhaesa erklingt mal als poetische Miniatur, mal klassisch oder volksliedhaft.

Günter Gall spinnt sein ringelnatziges Seemansgarn am 24. Februar, 18 Uhr, in der Galerie am Markt.

Die Veranstaltung wird organisiert vom Joachim-Ringelnatz-Verein Wurzen und dem Museum.

Ringelnatz weckt Südsee-Sehnsucht

Sonntag, 24. Juli 2011 (Hess)

ringelnatz als seemann Nagelritz singt Ringelnatz zum Geburtstags-Schwoof mit Seemannsgarn und Fernweh am 7. August 2011 ab 15 Uhr auf dem Markt Wurzen

Wurzen. „Fernes, Wildes und Konträres“ wollte Ringelnatz erleben. Sein erstes Tattoo stammte von einer echten Samoanerin. Die Tätowierung fand in der Schulpause im Leipziger Zoo statt – neben Tieren wurden hier Menschen ferner Länder in einer Völkerschau gezeigt. Hans Gustav Bötticher, der sich später Joachim Ringelnatz nannte, flog dafür vom Gymnasium. Sein Fernweh stillte er als Schiffsjunge – er kam, unterwegs Flaschenpost aussendend, bis nach Belize.

„Ich möchte mich treiben lassen/In Welten, die nur ein Fremder sieht. Ich möchte erkämpfen, erfassen, Erleben, was anders geschieht“, bedichtet Ringelnatz sich selbst in „Der Abenteurer“. Seefahrer-Romantik und die Erinnerung an seine Reisen prägen Ringelnatz’ Gedichte sein ganzes Leben lang. Was liegt näher, als sich beim zweiten Wurzener Ringelnatz-Schwoof der Südsee-Sehnsucht hinzugeben?

Mit einem Mix aus Fernweh, Seemanns-Lyrik und heißer Musik prostet deshalb Wurzen Ringelnatz zu seinem Geburtstag am 7. August zu.

Für Wirbel und einen furiosen Auftakt sorgen die Black Diamond Drummers zum Auftakt des Nachmittags, wenn sich der Wurzener Markt Strand-Feeling zugelegt hat – Liegestühle und Planschbecken, Strandcafe und Hafenbar. Auf der Bühne ab 18 Uhr Matrosenlook und Seemanns-Lyrik mit Dirk Langers Programm „Nagelritz singt Ringelnatz“.

„An Land wirst du nie ein Seemann“, sagt Nagelritz` bester Freund Hinnerk. Nicht nur mit Seekrankheit, Heimweh und Sehnsucht nach Mutti fertig zu werden, hat er von Hinnerk gelernt, sondern auch, wie man mit Frauen umgehen muss. Und wie man Schifferklavier spielt und warum man trinkt. Die sehnsüchtigen bis frivolen Liedtexte stammen von Joachim Ringelnatz. Vertont und begleitet auf dem maritim verstimmten Schifferklavier und mit rumverwöhnter Stimme werden sie von Dirk Langer vorgetragen. Weisheit aus Flaschen? Stürmischer Hochseealltag? Von Nagelritz präsentiert wird alles romantisch, wild und gefährlich!

Maritimes und paradiesisches Drumherum gibt’s reichlich: lateinamerikanischen Tänze mit der Tanzschule Ritter, Sommermode aus dem Angebot der Modehändler, Spiele für Groß und Klein.

Für Südsee-Temperament auf der Tanzfläche sorgen die Salsa-Band „Sin Fronteras“ und DJ Tobi. Der Kulturbetrieb Wurzen und der Joachim Ringelnatz-Verein laden alle Landratten auf die „Fahrt mit Daddeldu“ ein: „Und das Schifflein rollt/ alles tanzt und tollt. Schöne Nixen knicksen auf und nieder./ Und der Kapitän/ schmunzelt souverän./ Daddeldu singt furchtbar laute Lieder.“

Gästen zum Ringelnatz-Schwoof wird außerdem empfohlen:

Die Dauerausstellung:
Ringelnatz’ Leben und Werk
Museum Wurzen, Domgasse 2

Die Sonderausstellung:
Meisterhaft – Musterhaft
Georg Bötticher – der fast vergessene Künstler und Vater von Joachim Ringelnatz
Städtische Galerie am Markt, Altes Rathaus, Markt 1

Meisterhaft – musterhaft: Bötticher-Doppelausstellung gut besucht

Mittwoch, 25. Mai 2011 (Hess)
Andrang bei der Eröffnung

Andrang bei der Eröffnung

Wurzen. Die regionale Zeitung zählte fast hundert Gäste zur Eröffnung der Doppelausstellung “Meisterhaft – Musterhaft” in der Galerie im Rathaus Wurzen, die Ringelnatz’ Vater Georg Bötticher gewidmet ist. Erfreut vom regen Zuspruch eröffnete OBM Jörg Röglin gut gelaunt die nobel gestaltete Schau. 13 Jahre habe Bötticher in Wurzen gelebt und von hier aus die reiche Industriegeschichte Deutschlands und Europas durch sein gestalterisches Können mit beeinflusst.

Unter den Gästen begrüßte Museumsleiterin Dr. Sabine Jung Staatssekretär Erhard Weymann, Bevollmächtigter des Landes Sachsen beim Bund und Leiter der Landesvertretung in Berlin, und ganz herzlich zahlreiche Leihgeber für beide Teile der Ausstellung. Kurz gefasst stellte sie das den Stil der Zeit mit prägende Wirken Böttichers als Musterzeichner für den europäischen Markt vor. Ausführlich hat sie dies in dem gut gestalteten Katalog geschrieben und illustriert, der im Museum Wurzen für 19 Euro erhältlich ist.

Angelika Wilhelm, stellvertretende Vorsitzende des Joachim-Ringelnatz-Vereins Wurzen, kuratierte den zweiten Teil der Schau – dem literarische Wirken Georg Böttichers in Leipzig als Anreger und Mitglied des Männerbundes “Die Leoniden” gewidmet. Viele Leihgeber steuerten bei, was die Zerstörung der Stadt Leipzig im zweiten Weltkrieg in privaten Haushalten überdauert hat. Dokumentiert hat Angelika Wilhelm ihre Ergebnisse ebenfalls im Katalog zur Schau. Die Austellung dokumentiert einprägsam, in welchem Milieu Ringelnatz aufwuchs und wo die familiären Quellen seiner Doppelbegabung als dichtender und malender Künstler zu finden sind. Sie ist bis 18. September in der Galerie am Markt zu sehen.

Meisterhaft – Musterhaft
Georg Bötticher – der fast vergessener Künstler und Vater von Joachim Ringelnatz
Georg Bötticher – Tapetenmuster für den europäischen Markt
(Dr. Sabine Jung, Museum Wurzen)
Der Humordichter Georg Bötticher und die Leoniden in Leipzig
(Angelika Wilhelm, Joachim Ringelnatz Verein Wurzen)

Führungen durch die Ausstellung: Jeden 2. Do. im Monat (ab Juni), 16 Uhr

Der Vortrag zur Ausstellung:
12. August., 18 Uhr, Galerie am Markt
Tapetengeschichten zu Zeiten Georg Böttichers
Prof. Dr. Sabine Thümmler, Leiterin des Kunstgewerbemuseums

Zu literarischem und musikalischem Vergnügen in den Arkadenhof des Museums Wurzen lädt der Joachim-Ringelnatz-Verein am 3. Juli, 15 Uhr ein.
„Jede Laune meiner Wimper“ heißt das Ringelnatz-Programm, von Ulf Annel und Verena Fränzel vom Erfurter Kabarett „Arche“.

RingelnatzSommer 2011 in Wurzen

Montag, 4. April 2011 (Hess)

Der Wurzener RingelnatzSommer 2011 startet am 15. Mai mit der traditionellen Ausstellungseröffnung. Diesmal gibt es eine Doppelschau – vom Ringelnatzverein und vom Museum Wurzen gemeinsam gestaltet.

Ausstellung: Meisterhaft – Musterhaft

Georg Bötticher – der fast vergessener Künstler und Vater von Joachim Ringelnatz

In den zwei Teilen der Schau wird gezeigt:

  • Georg Bötticher – Tapetenmuster für den europäischen Markt (Dr. Sabine Jung, Museum Wurzen)
  • Der Humordichter Georg Bötticher und die Leoniden in Leipzig (Angelika Wilhelm, Ringelnatz-Verein)

Die Ausstellung ist bis 18. September 2011 in der Galerie am Markt zu sehen.

Ringelnatz-Ehrung zum 1050. Jubiläum Wurzens

Doch auch Ringelnatz selbst kommt nicht zu kurz im 1050. Jubiläumsjahr seiner Heimatstadt Wurzen. „Jede Laune meiner Wimper“ heißt das Ringelnatz-Programm, mit dem Ulf Annel und Verena Fränzel vom Erfurter Kabarett „Arche“ am 3. Juli, 15 Uhr, zu literarischem und musikalischem Vergnügen in den Arkadenhof des Museums Wurzen einladen.

Gänzlich der seemännischen Seite des jungen Hans Gustav Bötticher, später Ringelnatz genannt, gewidmet ist der Ringelnatz-Schwoof am 7. August ab 17 Uhr auf dem Wurzener Markt. Südsee-Sehnsucht ist das Thema des Abends, dessen Exotik natürlich von Ringelnatz` Seemannsliedern, aber auch lateinamerikanischen Tänzen und einer Salsa-Band geprägt wird.Damit richtet seine Geburtsstadt Wurzen dem Dichter schon zum zweiten Male eine öffentliche Geburtstagsfeier auf dem Marktplatz aus.

Ein Novum steuert der Tri-Sport-Verein Wurzen dank vieler Sponsoren bei. Am Ringelnatz-Geburtstag startet auf dem Ringelnatzpfad durch die Wurzener Innenstadt der erste Wurzener Ringelnatz-Lauf über fünf und zehn Kilometer. Auf dem T-Shirt der Läufer prangt Ringelnatz Konterfei.

Mehr Informationen: www.wurzen.de

Wechsel an der Spitze: Angelika Wilhelm gibt Staffelstab weiter an Dr. Viola Heß

Freitag, 21. Januar 2011 (Hess)

Wenig Zeit nahmen sich die Mitglieder des Joachim Ringelnatz Vereins Wurzen zu Jahresbeginn bei ihrer Mitgliederversammlung für die Rückschau auf die letzten vier Jahre. Dabei fiel die Bilanz beeindruckend aus. Mit großer Energie hat der kleine Verein mit über dreißig Mitgliedern aus ganz Deutschland mit dem jährlichen RingelnatzSommer den Festkalender der Stadt Wurzen mit Ausstellungen und Lesungen bereichert.

Wer immer in Deutschland sich künstlerisch mit Ringelnatz-Texten auseinandersetzt, kann mit einer Einladung nach Wurzen rechnen. Zum Beispiel lasen Wiglaf Droste und Harry Rowohlt; Maegie Koreen und „Wortfront“ mit Sandra Kreisler und Roger Stein boten musikalische Auseinandersetzung mit Ringelnatz. Aus anspruchsvoller Ausstellungsarbeit kann jetzt die Ernte eingefahren werden.

Mit den beiden Ausstellungen „Ringelnatz und seine Ahnen“ 2009 und 2010 wurde der Grundstock zu einem Buch zusammengetragen, das die sächsisch-thüringische Verwurzelung der Familie des Künstlers nachzeichnen wird.

Autorin ist die langjährige Vorsitzende des Ringelnatz-Vereins Angelika Wilhelm. Sie gab auf der Mitgliederversammlung den Staffelstab weiter. Zur neuen Vorsitzenden des Wurzener Ringelnatzvereins wurde Viola Heß gewählt. Angelika Wilhelm steht ihr als Stellvertreterin weiter zur Seite. Ebenfalls in den Vorstand gewählt wurde die Leiterin des Museums Sabine Jung.

Das Jahr 2011 werde ein spannendes Jahr für den Verein, sagte Viola Heß. Mehrere Veranstaltungen im Festkalender zum 1050. Stadtjubiläum wollen organsiert sein – darunter die anspruchsvolle Doppelausstellung zu Ringelnatz‘ Vater Georg Bötticher als Industriedesigner und seinem Wirken im Leipziger Künstlerbund der Leoniden.

Gemeinsam mit dem Kulturbetrieb Wurzen lädt der Ringelnatzverein am 7. August zur Geburtstagsfete für den Wurzener Künstler auf den Markt ein und organisiert den zweiten „Ringelnatzschwooof“. Gemeinsam mit der Ringelnatz-Grundschule arbeitet der Verein schon jetzt an einem Bild für den Festumzug zur Ehren des Matrosen Ringelnatz.

Das Wichtigste aber bleibt für den Verein sein Engagement für die Sanierung des Geburtshauses am Crostigall und der Ausbau der bereits zu Lebzeiten des Künstlers begonnenen Ringelnatzsammlung, älteste und bedeutendste Sammlung zu Ringelnatz in Deutschland.

2009 hat der Stadtrat Wurzen die schrittweise Sanierung des Ringelnatzhauses beschlossen: 2011 soll das deutlich zu erkennen sein. Der Ringelnatzverein schlägt vor, in einem deutschlandweiten Architektenwettbewerb die Umgestaltung des Hauses zum Museum mit einem Mehrzweckbau und einem ansprechenden Außengelände für Freiluft-Veranstaltungen auszuschreiben.

ZU HÜLFE – schwarzer Humor, Lieder, Grotesken

Freitag, 29. Oktober 2010 (Hess)

Derselbe hanseatische Zungenschlag, derselbe skeptische Blick und die Vorliebe für frische norddeutsche Küstenluft - Poet und Erzähler Michael Augustin und der Sänger und Liedermacher Wolfgang Rieck haben auch im selben Jahr – nämlich 1953 – das Licht der geteilten Welt erblickt: der eine in Lübeck, der andere in Rostock.

Auch wenn sie aufgrund der politischen Weltlage niemals gemeinsam im Sandkasten spielen durften, ließen sich die beiden Nordlichter nicht davon abhalten, schon lange vor dem Verschwinden des „Eisernen Vorhangs” Kontakt zueinander aufzunehmen – auf dem ostseeischen Wasserwege übrigens.

Während sich Michael Augustin nach seinem Volkskundestudium in Dublin und Kiel als Rundfunkredakteur bei Radio Bremen einen ausgezeichneten Ruf erwirbt und so ganz nebenbei als einer der wenigen deutschen Schwarzhumoristen Furore macht, ersingt sich Wolfgang Rieck nun schon seit fast 30 Jahren mit anderen Musiker-Kollegen (Joachim Piatkowski, LIEDERJAN) und als Solist sein Publikum.

In ihrem abendfüllenden Duo-Programm “Zu Hülfe!” präsentieren beide ihrem entzückten Publikum einen Cocktail aus teils haarsträubenden Miniaturen, schwarzhumorigen Kurzgeschichten, grotesken Dramoletten, schrägen Epigrammen sowie Liedern, die von Seefahrt, Liebe, Tod und Teufel und anderen ungewöhnlichen Gewöhnlichkeiten aus ihrer norddeutschen Heimat und der großen weiten Rest-Welt erzählen. Das umfangreiche musikalische Instrumentarium verleiht dabei diesem Abend seinen besonderen Reiz

  • 13. November 2010, 20 Uhr, Kulturhaus Schweizergarten, Wurzen

Wurzen will Hafenstadt werden

Sonntag, 26. September 2010 (Hess)
Entwurf

Entwurf

Entwurf

Entwurf

Segel am Wurzener Markt? Ein Leuchtturm in der Wenceslaigasse ? – wenigstens spielen will die Ringelnatzstadt Wurzen mit dem seemännischen Erbe des seefahrenden Sachsen Joachim Ringelnatz.

Beim City-Wettbewerb “Ab in die Mitte” trat Wurzen mit einer Hafenlandschaft mitten in der Stadt an, die freilich gut geeignet ist, hier auch Kleinkunst aufzuführen.

Blickfang des Projektes hinter dem Alten Rathaus ist ein maritimer Kinderspielplatz, ein Hafen, in dem Segelschaffe ankern, die zum Spielen einladen. Der Sandkasten erhält ein Klettergerüst als Leuchturm.

Aufgewertet werden die Reste der alten Stadtmauer. Sie wird zur Kulisse für eine Bühne für Kleinkunstveranstaltungen im Freien. Ins Konzept einbezogen ist das alte Stadtgefängnis. Direkt aus der Zelle kann bei Veranstaltungen die Bewirtung erfolgen. Auch um die öffentliche Bedürfnisanstalt macht das Projekt keinen Bogen.

Nein, ganz nach Ringelnatz wird hier Kunst am Klo (KAK) angestrebt, schließlich hat Ringelnatz selbst die Sache des Dichtens wert befunden – mit seinem Gedicht “Neidisches auf einen Klomann”. Keramik und maritime Motive sollen das Wurzener stille Örtchen berühmt machen.

Zur Euregia im Oktober wurden die Preisträger ausgelobt. Wurzens maritime Vision ist der dritte Versuch, beim Wettbewerb “Ab in die Mitte” zu punkten. Im Dritten Anlauf kam Wurzen auf den dritten Platz – mit 10 000 Euro Preisgeld.

Entführung in den siebten Kreis der Wortspielhölle

Montag, 9. August 2010 (Hess)

Wurzen. Wiglaf Droste hielt Wort: Am Vorabend des 127.Geburtstages des von ihm verehrten Ringelnatz kam er nach Wurzen und las – Ringelnatz und Eigenes. Droste zeigte sich auf als scharfsinniger und scharfzüngiger Sprachkritiker, der vergnüglich mit stilistischen Fehlbildungen jonglierte. Der inzwischen in Leipzig gelandete Autor ließ die Zuhörer teilhaben an seinem unbändigen Spaß am Nonsens raffinierter Sprachwerkeleien und nahm sie bereitwillig mit in den “siebten Kreis der Wortspielhölle”. Jedenfalls konnte so richtig gelacht werden. Aber das war schon nach der Pause.
Im ersten Teil der Lesung ging es besinnlicher zu. Warme und herzberührte Worte fand der Satiriker für Ringelnatz. Das Risiko der Ernüchterung beim Wiederlesen von Büchern, für die man einst schwärmte, gilt für Droste bei dem Wurzener Poeten nicht. Das Hingerissensein des 14-Jährigen hat sich der Westfale offenbar über die Jahrzehnte bewahrt. “Mut zur tragischen Größe wie zur Ironie”, bescheinigt er ihm, “Tiefe der Empfindung, die sich nicht abnutzt” und einen “Humor, der weniger mit lustiger Flachserei zu tun hat als mit der Fähigkeit, die Schläge des Schicksals zu verarbeiten und zu ertragen”.
Es war kein leichtes Stück Arbeit, den Wurznern ihren Ringelnatz neu zu entdecken. Droste, der mit lebenden Mitmenschen gern Schlitten fährt, hat das fein hingekriegt. Seine Betrachtung “Die reinste Liebe wird vergossen im Vorbei” ermutigt, sich ganz auf Ringelnatz einzulassen – freiwillig und immer wieder neu. Der Wurzener Ringelnatz-Verein hat einen Verbündeten gefunden.

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