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Joachim-Ringelnatz-Verein e.V.

Joachim-Ringelnatz-Verein e.V.

Veranstaltungen und Projekte rund um das Ringelnatz-Geburtshaus in Wurzen


»Wir trauen zu wenig dem Nebenuns.
Wir träumen zu wenig im Wachen.«

Joachim Ringelnatz

„Unvollendete Leben“

„Unvollendete Leben“ | „Unfinished Lives“ ist eine Wanderausstellung der Bente-Kahan-Stiftung (Fundacja Bente Kahan/FBK). Sie porträtiert jüdische Künstlerinnen und Künstler aus Europa, die aus rassistischen Gründen verfolgt, inhaftiert und schließlich Opfer des Holocaust wurden – Menschen, deren Leben und Werk durch den nationalsozialistischen Terror gewaltsam unterbrochen wurden.

Trotz Hunger, Gewalt und völliger Entrechtung schufen diese Künstler weiterhin Musik, Literatur und bildende Kunst. Ihr kreativer Ausdruck wurde zu einem Akt des Widerstands und zu einem Zeugnis menschlicher Würde inmitten des Grauens. In einer Welt, die ihre Orientierung verloren hatte, bewahrten sie etwas zutiefst Menschliches: die Fähigkeit, Schönheit, Erinnerung und Hoffnung festzuhalten.

Die Ausstellung zeigt Lebenswege außergewöhnlicher Persönlichkeiten sowie ausgewählte Werke, die unter der Herrschaft der Nationalsozialisten entstanden sind. Zu den vorgestellten Künstlerinnen und Künstlern gehören: Frederika Dicker-Brandeis, Selma Elsinger-Meerbaum, Ruth Maier, Mordechaj Gebirtig, Kurt Gerron, Zuzanna Ginczanka, Gideon Klein, Gertrud Kolmar, Roman Kramsztyk, Alma Rosé, Erwin Schulhoff, Leo Straus, Hanna Szenes, Wladyslaw Szlengel, Heinrich Tischler, Viktor Ullmann, Ilse Weber und Debora Vogel.

Neben der Dauerausstellung im Untergeschoss der Weißstorch-Synagoge in Breslau existiert die bereits an vielen Orten in Europa gezeigte und nun zum Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen im Ringelnatz-Geburtshaus in Wurzen angekommene Wanderausstellung, die aus Künstlerporträts und Verweisen auf eine stetig wachsende digitale Plattform besteht: www.unfinishedlives.eu. Dort werden multimediale Inhalte zu den vorgestellten Biografien gesammelt und fortlaufend erweitert.

Krieg ist kein abstrakter Begriff, sondern ein immer wiederkehrender Albtraum. Kunst hingegen spricht zu jedem von uns – sie hilft, Erfahrungen zu deuten und Menschlichkeit zu bewahren. Der Holocaust ist ein gemeinsames Vermächtnis Europas und zugleich ein Maßstab für das Ausmaß des Bösen in unserer Gegenwart.

Die Sonderausstellung kann ab dem 05.07.2026 zu den Öffnungszeiten Donnerstag, Freitag und Sonntag, jeweils von 14 bis 17 Uhr besucht werden.

Hinweis: Die sonst in den Räumlichkeiten gezeigte Dauerausstellung „Vom Crostigall nach Überall“ ist in dieser Zeit nicht zu sehen.

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