Veranstaltungen und Projekte rund um das Ringelnatz-Geburtshaus in Wurzen
»Wenn ich allein bin, pups‘ ich lauten Wind. Und bete laut. Und bin ein uralt Kind.«
Joachim Ringelnatz
Die Krähe
Die Krähe lacht. Die Krähe weiß,
Was hinter Vogelscheuchen steckt
Und daß sie nicht wie Huhn mit Reis
Und Curry schmeckt.
Die Krähe schnupft. Die Krähe bleibt
Nicht gern in einer Nähe.
Dank ihrer Magensäure schreibt
Sie Runen. Jede Krähe.
Sie torkelt scheue Ironie,
Flieht souverän beschaulich.
Und wenn sie mich sieht, zwinkert sie
Mir zu, doch nie vertraulich.
[Ringelnatz: Gedichte dreier Jahre. Joachim Ringelnatz: Das Gesamtwerk, S. 965 (vgl. Ringelnatz-GW Bd. 2, S. 47 digitale-bibliothek.de/band121 )