Brunnen

Der Ringelnatz-Brunnen auf dem Marktplatz in Wurzen

brunnen_wurzenkl.jpgDie eindrucksvolle Brunnenanlage wurde im Jahr 1983 zum 100. Geburtstag des in Wurzen geborenen Dichters errichtet. Sie entstand als Gemeinschaftsarbeit der beiden Leipziger Bildhauer Dieter Dietze (geb. 1937) und Hartmut Klopsch (geb. 1944). Das Wasserbecken und die Stele sind aus Granit gestaltet. (Bilder: Ringelnatzbrunnen am Wurzener Markt. Fotos: Heß)

Die Stele trägt mehrere figürliche Bildwerke aus Bronze und ein in Stein gemeißeltes Schriftband mit dem Titel des Ringelnatzgedichtes Überall ist Wunderland. Gekrönt wird der Brunnen von einem wuchtigen, auf einem Seepferdchen reitenden Klabautermann mit den Gesichtszügen des Dichters. Die Gesamthöhe der Stele beträgt 3,9 Meter.
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Die von wasserspeienden Masken unterbrochenen Bronzereliefs weisen auf das lyrische Werk von Joachim Ringelnatz und dessen scheinbare Gegensätzlichkeit hin: das derb Komische oder das zutiefst Empfindsame. Die vier Wasserspeier aus Sandstein polarisieren Zustände zwischen Lachen und Weinen, während die vier Reliefs – in jeweils zwei Gruppen geordnet – die vielfältigen Facetten des Dichters veranschaulichen.

motiv_brunnen1Die Gedichtvorlagen reichen vom heiter Grotesken bis zum Ausdruck innerer Einsamkeit und Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit. Auf den Reliefs ist jeweils ein sinnbildhaftes Hauptmotiv mit begleitenden Szenen dargestellt.

Überschäumende Heiterkeit dominiert auf zwei Reliefs, auf den beiden anderen Melancholie und Angst. Das erste Relief zeigt eine turbulente Szene in einer Hafenkneipe (“Die Weihnachtsfeier des Seemanns Kuttel Daddeldu”), das zweite einen Fußballer auf einem Gemüsemarkt (“Fußballwahn”).

brunnenDas dritte Relief wird bestimmt von zwei Dichterfiguren, der in einen Teppich gerollte Kuttel Daddeldu und Fürst Wittgenstein. Neben ihnen sitzen ein Meerschweinchen auf dem Klosett (“Heimatlose”) und eine Krähe (“Die Krähe”).

Auf dem vierten Relief befindet sich in der Bildmitte ein aus dem Zoo geflüchteter Elefant im Pissoir (“Stalltüren”), den ein trauriger Geiger (“Liedchen”) und ein einsamer Mann vor einer großen Stadt (“Blues”) begleiten.